Kultur und der städtische Raum

Beginn 11.10.2017
Betreuung Prof. Volker Staab, Petra Wäldle & Daniela Bergmann
Ort IAD

Projektbeschreibung

Das bauliche und kulturelle Neben- und Miteinander prägte lange die Vorstellung von Sarajewo. Während des Bosnienkrieges wurde Sarajevo eines der verheerendsten «Urbizide» in der Gegenwartsgeschichte unterzogen. Die Aggressoren zielten zwar nicht auf eine flächendeckende Zerstörung, aber auf eine Zerschlagung des multikulturellen städtischen Lebens. Die Kriegsschäden, die folgende Vernachlässigung und der ungeplante Wiederaufbau der Stadt haben Sarajevo in einem fragmentiert und perforiert Zustand verwandelt. Zwei Jahrzehnte nach dem verheerenden Krieg ist Sarajevo heute Geisel seiner politischen Lähmung. 

An der Schnittstelle der österreich-ungarischen Stadterweiterung und der unter Tito 1957 geplanten sozialistisch-modernistische Stadt liegt das Regierungs- und Museumsviertel Marijin Vor. Das Historische Museum wurde als Revolutionsmuseum gegründet, um den Sieg der bosnischen Volksarmee über Nazideutschland zu dokumentieren. Der konsequent modern entworfene Bau ist Ausdruck der sozialistischen Utopie dieser Ära. Wie kein anderes Gebäude in Sarajevo stellt dieses Gebäude ein Symbol für den Widerstand und Überlebenswillen seiner Bevölkerung dar. Die Kriegsspuren sind auch 20 Jahre nach Kriegsende sichtbar.

In diesem Spannungsfeld wollen wir das Historische Museum durch einen Neubau für das Ars Aevi Museum of Contemporary Art reaktivieren und erweitern. Doch welche Rolle spielt ein Museum im 21.Jahrhundert, noch dazu in Sarajevo? Welche städtebaulichen, architektonischen und programmatischen Strategien führen zu einer Aufwertung des öffentlichen Raums ? 

Die Plätze für dieses semesterübergreifende Projekt wurden bereits im Sommersemester 2017 vergeben. 

Einführung am 11.10.2017 11:30 am IAD
Exkursion nach Sarajevo 14.-17.10.17

Übersicht ausgewählter Arbeiten